Die bigotte Suche nach dem Proletariat in und für Afghanistan

Wieder einmal erleben wir die Berufung auf das weiße Proletariat, die der trump’sche Neofaschismus und die AFD groß gemacht haben. Soldaten seien Proletarier und als solche sollen sie nicht von Bonzen nach Afghanistan geschickt werden, weil sie dort sterben könnten. Eine Variante davon ist die Behauptung, dass ja Schreibtischstrategen, die selbst nicht gedient hätten, nun am liebsten wieder andere Soldaten in den Krieg schicken wollen würden. Aus der Parole „Proletarier ALLER Länder – vereinigt euch“, die einst zur internationalen Solidarität aufrief und ein universales Interesse an Freiheit proklamierte, und unter der sich tatsächlich Freiheitskämpfer*innen aus allen Ländern in Südamerika, auf dem afrikanischen Kontinent und in Südostasien Aufständen und Widerstandsbewegungen anschlossen, wurde isolationistische, ethnopluralistische Hetze: „Proletarier aller Länder – schottet euch ab und verteidigt mit Zähnen und Klauen eure Binneninteressen gegen andere Proletarier aus shithole countries.“ Die Strategie, den bürgerlichen Egoismus in den Arbeiter*innen anzufachen und sie gegen Minderheiten zu hetzen eigentlich alt bekannt: Die faschistischen Bewegungen und allen voran die nationalsozialistische deutsche ARBEITERpartei trachteten danach, die Arbeiter*innen in den Dienst der Interessen der reaktionären Eliten zu stellen.


Der Isolationismus von links korrespondiert daher mit der isolationistischen Propaganda der rechten Mitte, die behauptet, Afghan*innen seien ja nicht bereit für die Freiheit zu kämpfen und daher nicht den Einsatz der westlichen Soldat*innen wert. Den einzigen Unterschied zwischen beiden Positionen macht vorerst, dass die Linke mitunter noch auf der Aufnahme von Geflüchteten beharrt – wenngleich Wagenknecht-Linke auch in dieser Frage systematisch die vermeintlichen Binneninteressen deutscher Arbeiter*innen gegen das ohnehin erodierte Asylrecht aufhetzen.

Beide Strategien haben ihre eigenen propagandistischen Interessen. Sie sollen die Fehler der Intervention in den Hintergrund treten lassen und Schuld projizieren: Nicht der Westen war zur Demokratisierung unfähig, sondern die Menschen in Afghanistan. Nicht Fehlplanung, Korruption, religiöse und bürgerliche Ideologie im Westen standen einer erfolgreichen Emanzipation im Wege, sondern der angebliche Volkscharakter der Afghanen.
Es sind Übungen im Empathieentzug. Die Massaker der Taliban können so als die Sitten anderer Länder oder als die zwingende Folge eines imperialistischen Sündenfalls oder aber in primitivem Ableitungsmarxismus als Rückstand der afghanischen Produktionsverhältnisse rationalisiert werden. Man muss nichts mehr fühlen und vor allem nicht mitfühlen und schon gar nicht solidarisch handeln. Shit happens in shithole countries – dieser bürgerliche Egoismus eint Faschisten und Linksparteiler*innen heute.

Braucht ein freies Afghanistan aber tatsächlich ein Proletariat? Die Diskussion um das revolutionäre Subjekt hat der Faschismus entscheidend geändert: Ihm gelang es durch raffinierteste Propaganda, Arbeiter*innen gegen ihre Interessen zu mobilisieren. Aber auch der serielle Umschlag proletarischer Revolutionen in Terror gegen dieselben Arbeiter*innen hat das Projekt internationaler Solidarität gründlich sabotiert. Wer gesellschaftliche Tendenzen von der Existenz einer Arbeiterklasse und der dazugehörigen Industrie abhängig macht, hat schlicht und ergreifend kein annähernd an Marx gebildetes Geschichtsbewusstsein. Warum etwa die Taliban in Afghanistan, nicht aber im ebenso ländlichen Sambia oder ebenso armen Haiti entstanden sind, kann schlichtweg nicht aus makroökonomischen Prozessen und schon gar nicht aus dem Industrialisierungsgrad erklärt werden. Selbst der Maoismus ist hier weiter: Er stellte sich der Frage nach dem revolutionären Subjekt und schloss Kleinbäuerinnen ein, die von den Ableitungsmarxisten nur Verachtung fanden. Marx arbeitet gerade Landesgeschichten akribisch auf, um Faktoren zu analysieren und Dynamik ihren Raum zu geben. In Südamerika waren es oft Kleinbäuer*innen und Landarbeiter*innen, die Großgrundbesitzer und korrupte Oligarchien stürzten. In vielen Ländern Südostasiens und Afrikas entstanden hybride, pluriethnische Systeme, die zwar keine kommunistischen Utopias sind, die sich aber auch vor den erstarrten „konstitutionellen Monarchien“ Europas nicht verstecken müssen, nur weil sie ärmer sind.


Dass Afghanistan 2021 wieder an die Taliban gefallen ist, bleibt schlicht und einfach den Interessen übermächtiger und destruktiver Nachbarn geschuldet: Pakistan, das die Taliban aufbaute und Afghanistan als proxy gegen Indien nutzt, Iran, das die USA scheitern sehen wollte, Russland aus bekanntem politischen Interesse, China aus opportunistischen geostrategischen Interessen. Dagegen konnten 20 Jahre schlecht und unmotiviert geplanter Besetzung nichts ausrichten und wer behauptet, in 20 Jahren könne aus einem Bürgerkriegsland mit einer Million Toten und fünf Millionen Geflüchteten eine funktionierende wehrhafte Demokratie entstanden sein, hat erstens nicht die deutsche Geschichte studiert, in der nach fünfzehn Jahren Weimarer Republik schon wieder der Faschismus durchmarschierte und zweitens nicht die amerikanische Geschichte, in der selbst nach 230 Jahren (unvollständiger) Demokratie ein Faschist Präsident werden konnte. Afghanistan brauchte Zeit und glaubhaftes Engagement, und vor allem Letzteres war der Westen nicht bereit zu geben. Am wenigsten die Linkspartei, die von Beginn an die Forderung erhob: „NATO raus aus Afghanistan!“ Ausgerechnet mit dem Debakel des Abzugs sieht sich die Linkspartei nun bestätigt, als hätte nicht gerade der Siegeszug der Taliban ihre krude, ethnopluralistische und isolationistische Ideologie ad absurdum geführt.

Das Argument von den proletarischen Soldaten im Westen ist fachlich einfach falsch. Zum einen nämlich sind derzeit dieselben Soldaten, die in Afghanistan gekämpft haben, die, die am stärksten Entsetzen und Solidarität mit ihren Kameraden in Afghanistan ausdrücken. Es ist kurios, dass man heute von Kadetten selbst einer Erwin-Rommel-Kaserne mehr internationale Solidarität und Klassenbewusstsein erwarten darf, als von isolationistischen Linksparteilern. Und das zieht sich über Ländergrenzen. In den USA, in Großbritannien ist der skandalöse Abzug der NATO und die erneute Machtergreifung der Taliban für Soldat*innen vor allem eines: Ein Schlag ins Gesicht derer, die in Afghanistan gefallen sind, eine Entwertung jedes individuellen Opfers.
Zum Anderen sind Soldaten im Westen zwar mehrheitlich keine Eigner von Produktionsmitteln, aber dennoch relativ gut bezahlt (in den USA 62.00 USD p.A.) mit üppigen Vergünstigungen und Karrieremöglichkeiten. Dass Soldat*innen grundsätzlich Proletarier*innen seien, ist falsche Klassenanalyse, weil es in fast allen westlichen Staaten eben keine Volksarmeen mehr sind, sondern Berufssoldaten unterschiedlichster Abkunft und Berufe. Sie stammen auch aus eher bourgeoisen Elternhäusern, in denen der Militärdienst als patriotische Pflicht gilt.


Und in gut organisierten und ausgerüsteten Elitetruppen ist das Sterberisiko bei Luftunterstützung, Satellitenüberwachung und Infrarotkameras sehr gering. Sie kommen heute vor allem in assymetrischen Konflikten als Militärpolizei zum Einsatz. Bei keinem NATO-Einsatz wurden Soldat*innen in Materialschlachten verheizt wie im ersten Weltkrieg. Das Bild ist obsolet, geschichtsfern, wenn nicht geschichtsfeindliche, bewusste Fälschung. Westliche Soldat*innen haben in diesen Ländern in etwa dasselbe Sterberisiko wie Feminist*innen, Journalist*innen oder Umweltschützer*innen. Paradoxerweise aber will man statt gut ausgerüsteter Soldat*innen nun meist extrem schlecht bezahlte Entwicklungshelfer*innen zu den Taliban schicken, die bestenfalls von privaten Sicherheitsdiensten geschützt werden. Das scheint das übergreifende Konzept zu sein und den Fehler daran bemerken Linksparteiler*innen ebensowenig wie die Faschisten*innen – weil sie gerade diesen Fehler erst produzieren und internationale Solidarität sabotieren.

Disco Elysium – ein Fall für den Kommunismus?

Die linksliberale Euphorie über das Spiel „Disco Elysium“ ist vor allem Ausdruck einer Misere im Low-Tech-Spielesektor. Ideenlose Jump and Runs, Tower-Defense-Games, RPG mit immer gleichen, konservativen Inhalten: Damsel in Distress, muskulöser Held, Skillen, Grinden, Juwelensammeln, Upgraden, stumpfsinnige Besorgungen für NPC erledigen, kurz: repetitive Tristesse für zu Tode gelangweilte Menschen. Da kann ein Spiel beeindrucken, das ausnahmsweise von Intellektuellen mit einem ordentlichen Skript versehen wurde, das nicht auf eine Verschwörung eines Gentechnikkonzerns oder bösen Zauberers hinausläuft.
Technisch ist Disco Elysium allerdings auf einem Stand vor 25 Jahren: Ein Point-and-Click-Adventure mit Dreiviertelaufsicht und statischen Kulissen. Dass das Spiel dennoch 2GB Grafikspeicher als Mindeststandard angibt, verblüfft daher, und ist zudem unwahr: Mit den meisten besseren Onboard-Grafiken wird sich das Spiel problemlos begehen lassen. Ressourcen frisst es aber an den unmöglichsten Stellen. So sind banale Türen nur mit teilweise 30-60 Sekunden Ladezeit zu öffnen. Weil man aber ebenso hin- und hergeschickt wird wie bei anderen Spielen des Genres, muss man im Laufe des Spiels mindestens 200mal eine Tür öffnen. Hinzu kommt, dass mit dem letzten Update „Final-Cut“ eine Reihe von Bugs eingeschleppt wurden, die Questreihen sabotieren und Fast Travel ab Tag 4 verunmöglichen. So läuft man immer wieder die gleichen Stellen ab, was lediglich dadurch spannender wird, als man mit fortschreitenden Fähigkeiten mehr verborgene Hinweise erhält.

Die Stärke des Spiels liegt in seiner Ästhetik: Akustische Reize, Musik und Kulissen im Stil von Edward Hoppers „Nighthawks“ erzeugen eine tiefe Schwermut, die teilweise an die Grenzen des Erträglichen drängt. Ausgerechnet die harmloseste Figur im Spiel, eine Würfelmacherin, reizt die Schmerzgrenzen aus. In einer industrieromantischen Ruine sitzt sie vor einem Fabrikfenster wie eine Spitzweg-Karikatur eines Kleinbürgers, vollständig auf ihre sinnentleerte Arbeit fokussiert, abgeschottet von einer Welt, die den Bach hinuntergegangen ist und nun wie ein verlorener Würfel in ein tiefes Loch zu fallen droht.

Inhaltlich arbeitet das Spiel mit (sehr leisen) Anspielungen auf Terry Pratchett, die auch schon beim spieltechnisch himmelweit überlegenen „Planescape Torment“ vorhanden waren. Eine weitere literarische Quelle dürfte Douglas Adams Detektivreihe „Dirk Gently“ und dessen „holistische Detektei“ sein: Alles ist mit allem vernetzt und Absurdes ist möglich. Das erzeugt Suspense beim ersten Durchlauf. Leider hält vor allem diese Suspense das Spiel am laufen. Die Figuren sind sämtlich Klischees, reine Stereotype. Da gibt es DEN bad cop, DIE Disco-Königin, DIE Buchhändlerin, DEN rassistischen Trucker, DEN machistischen Arbeiter und leider auch rassistische Stereotype wie den opportunistischen Händler Sileng. Alles ist wenig überraschend und an einer Stelle gesteht das Spiel sich auch das Amusement über die Stereotypisierung ein:

Ist möglicherweise ein Bild von Text „EUGENE "Hell, you both look like you could use some feminine company right now." now. KIM KITSURAGI "Thank you for your advice, Eugene. And you too, Alain.I do always appreciate a good use of the expression milkers'." RHETORIC amuses him themselves. Itsincerely how hard these guys typecast“


Das Motiv des Desaster Tourism wird ebenso offen eingestanden in einer Szene, in der ein Fischerdorf mehrfach als „pornographically poor“ bezeichnet wird. Eine echte moralische Wahl gibt es im Spiel kaum: zwar kann man sich zwischen Faschismus, Rassismus, Kommunismus und Zentrismus entscheiden, die zentralen Handlungsstränge werden aber an wenigen Stellen so eng zusammengeführt, dass ein zielgerichteter, linearer Spielverlauf vorgegeben ist. Das moralische Gewissen des Spiels und zugleich eine der sympathischsten Figuren im Spiel, Kim Kitsuragi, ein aus Vorsicht überkorrekter Homosexueller, gibt mit ständigen Bewertungen eine zentristische Richtung als im Spiel vernünftige Wahl vor. Verschiedene Spiel-Enden werden nicht wie bei Fallout auch erzählt, lediglich Dialogoptionen erwähnen die „guten Taten“ am Ende. Das macht die moralische Freiheit zur Farce.

Bemerkenswert ist die Referenz auf den Kommunismus als Scheitern: eine zerbombte ehemalige Kommunardenfestung weckt bewusst Assoziationen an die Pariser Commune oder den indonesischen Politizid an der PKI. Das in einer surrealen, destruktiven Welt aufzuheben, die sich ähnlich wie Alzheimer oder Demenz in einem Zerfallsprozess zu befinden scheint und vor allem das Vergessen als Gegenspieler von Zivilisation aufbaut, ist im Spielesektor zweifellos progressiv. Das Publikum, das die ironischen Seitenhiebe auf Kritische Theorie („Inframaterialismus“) versteht, dürfte extrem klein sein. Die Karikaturen des Kommunismus dienen aber nicht nur der Selbstreflexion, der fraglos ehrlich gemeinten Anweisung zu erneuten Versuchen, sondern auch zur Belustigung von Antikommunisten und Zentristen. Mit dem fiktiven Kommunistenführer Kraz Mazov wird der Name Karl Marx mit Masochismus assoziiert: Kern des Kommunismus sei schließlich das Scheitern. Der „kommunistische“ Spielweg erlaubt leider auch kein reflektiertes Vorgehen, sondern ist weitgehend in Parteipatriotismus und hohlen Gesten gefangen: So erhält der Avatar die Option, einer Büste von Kraz Mazov zu salutieren. Agitation, also die Möglichkeit NPC tatsächlich zum Kommunismus zu bekehren und ein anderes Spielende zu erreichen, gibt es praktisch nicht. Lediglich einer Figur lassen sich (sinnbefreite) Jubelrufe auf den Kommunismus entlocken. Aber man kann mit einer russischen Fellmütze mit rotem Stern umherlaufen und so doppelt so viele Erfahrungspunkte in Dialogen mit linken Charakteren ernten. Das ist ein bisschen wenig für das, was möglich gewesen wäre. Dass der letzte Kommunarde dann ein sexualfeindlicher, homophober Parteisoldat ist, bleibt ebenso im Bereich des bourgeoisen Witzes über den Kommunismus gefangen wie der fettleibige Gewerkschaftsführer, der als „Nacktschnecke“ und „Blutegel“ bezeichnet wird. Er und seine Gewerkschaftstruppe entsprechen dem Bild von Gewerkschaft als Mafia, das zwar seine Realität in einem spezifischen, historischen US-amerikanischen Kontext auch hatte, das aber von der Bourgeoisie auch in eigenem Interesse sattsam zum Klischee überdreht wurde. In diesen Karikaturenkabinett bleibt Disco Elysium demnach weit hinter den Möglichkeiten zurück, die die ursprünglichen Ideen einmal boten. Es wirkt am Ende alles halb fertig, unvollendet, und doch zu starr, um mit Absicht so zu sein. Was passiert mit dem ab- oder angeschalteten Eisbären? Was wird mit dem schwerreichen Unternehmer geschehen? Und wer zum Teufel ist Abigail? Zu viele Entscheidungen haben keinerlei echte Konsequenzen auf den Spielverlauf oder das Ende.
Dem Spieleentwickler ZA/UM ist nicht aufgrund des Ergebnisses, sondern aufgrund des eröffneten Potentials beim nächsten Spiel mehr Erfolg und Mut zu wünschen.

Ist möglicherweise ein Cartoon von 1 Person und Text

The vampire paradox of zombies

There is a mystery in zombie-films that spoils them for me: Zombies feed on brains, but their skulls are functionally intact.
We all know that zombies in folklore were simply dead workforce for witches. You find a person, kill it in a certain way involving rituals or you revive a dead person and there you have your robot or slave executing tasks without minding anything else. Zombies were the exact opposite of a socialist worker with ADHD: hyper-focused, effective, loyal. Social Anthropology has produced a lot of facts and fiction on the „reality“ of zombies and toxines from Haiti to South-Africa.
But films transplanted the „vampire“-aspect into zombies and that drastically transformed the traditional logic of zombies.

It is common sense today, that Zombies reproduce through biting living persons (or animals). The infection creates a rapid decay of a person’s consciousness, leaving a massive urge to bite driving forward a body ruined or decorated by flesh-wounds. But hordes of zombies should dismantle a body within seconds, even if we exclude digestion and therefore incorporation of flesh ripped of a living body. Many Zombie-jokes even refer to a nutritional focus on „brains“. It is equally common sense, that Zombies only die from headshots or severe damage to their skulls. Which means, a pride of zombies following their natural hunting behaviour will almost never produce offspring, as victims of zombie-attacks will end up with severe damage to their brains and little muscles left to move their bodies or teeth inside a skull to bite other bodies.
IF zombies bite, they can’t produce walking (and biting) zombies on a large scale. That is the vampire-paradox of zombies.
We can conclude: In Nature, wild zombies should almost never have intact heads. Or more precise: zombies shouldn’t exist at all. They are – other than traditional zombies and vampires – a contradiction.
BUT we can solve the contradiction. Zombies simply aren’t zombies. The original zombie-myth was deeply rooted in African mythology. (Frankenstein was more of a cyborg-jesus. He was alone, had feelings and was mobbed for being different. We can ignore Frankenstein. He is not a zombie at all.)
Voodoo-Zombies were too African for white culture industry. Despite branding it as „superstition“ whites were afraid of „African witchcraft“ because whites were afraid of anything even hinting at black power. „Night of the living dead“ introduced an armed black hero slapping a white woman: an outrage for white people at that time. But in the end he dies from bullets of white racists mistaking him for a zombie – or for the „dangerous“ black man he is.
With „Night of the living dead“ all further zombies became vampires. Vampires thrive on christian projections of drinking blood in churches, celebrating ressurection, visiting beautiful girls and boys at night. They have their logic, but only for Christians – and teenagers. (By the way: African vampires don’t feed on blood: They sell it to white people or sacrifice it to the gods or witches.) Zombies on the other hand mutated into ugly vampires. They bite. That’s all you need. No food, no brains, just bites. And as with vampires, biting creates offspring and therefore simply is: sex.
The moral of zombie-films is prudish: Sex is rape. Attraction is dangerous. Those who go out will be gangraped. You need a penis (and/or heavy guns) to defeat zombies. Kill zombies – kill the sex-drive – save mankind. Zombies then are logical again, but also very boring.





The Undoing – wie man den Hammer loswird

Ein Film über eine Psychoanalytikerin macht sich verdächtig, seine Bilder bewusst einzusetzen und ist für seine Inhalte in besonderem Maße verantwortlich zu machen. Die Story ist ein platter whodunnit: ein Arzt „betrügt“ seine Ehefrau, eine Paartherapeutin, mit einer Künstlerin und bringt diese um. Über fünf Folgen werden nun Andeutungen gestreut, die auch den Vater der Ehefrau, diese selbst oder ihren Sohn ins Visier nehmen. Aber es war dann trotz aller Finten und Maskeraden eben doch der angeklagte Ehemann der Paartherapeutin, was wir auch schon wissen, denn bereits zu Beginn hören wir mehrfach Frauen resolut urteilen: „Es ist immer der Ehemann!“
Die Message-to-go von The Undoing ist demnach erstaunlich simpel: Ehebruch ist ein Verbrechen.
Die Staranwältin verrät das am deutlichsten. Sie präsentiert ein Jurymitglied mit den Worten: „Er hat selbst Ehebruch begangen. Er weiß, dass Ehebrecher nicht auch Mörder sind.“ Der Rest des Filmes dreht sich darum, diesen Satz als Lüge zu entlarven, die die Anwältin selbst nicht glaubt. Beim Schuldspruch bricht ihre Kontrolle zusammen und sie giftet ihren Mandanten an: „Verdammt, Sie hätten einfach nur den Hammer vernichten müssen! Wie blöd kann man sein!“
Den Hammer vernichten. Man muss kein großer Psychoanalytiker sein, um den Doppelsinn zu verstehen.
Nicole Kidman wird als überwältigend schöne und perfekte Ehefrau aufgebaut. Sie hat keine Makel und ist am Ende das reine, betrogene Opfer. Wer hier – im oridinären Modus des Films gesprochen – seinen Hammer nicht loswird und treu bleibt, muss blöd sein. Oder ein „Arschloch“, wie der Pflichtverteidiger den Ehemann beurteilt. Er heilt krebskranke Kinder – und „bricht“ seine Ehe mit der Mutter eines Patienten.
Sie hingegen ist Therapeutin und „heilt“ Ehen: Einem homosexuellen Paar empfiehlt sie ganz in der Tradition konservativer Psychoanalyse in den USA, den Akt des Fremdgehens als Resultat einer Störung zu verstehen. Therapie führt nicht in freiere Sexualität, in Versöhnung mit dem Trieb, sondern dazu, dass freie Sexualität nicht stattfindet: Dass es nie wieder vorkommt und man sich „vertraut“.
Ihr Vater gesteht ihr gegen Ende des Films, dass er Zeit seines Lebens untreu war. Nicht Versöhnung, sondern ewige Selbstverachtung gibt der Film ihm zur Strafe mit. Der Film sanktifiziert die Straflust des Vaters, einem selbstbezeichneten „Hurensohn“, der zur Verteidigung der Familie mafiösen Druck ausübt. Das Überich ist zwar selbst bigott, aber weil es sich selbst verachtet, darf es regieren. Am Ende fliegt dieser Vater an der Seite seiner Tochter und seines Enkels im Hubschrauber davon, während unten der Ehemann verhaftet wird.

Am deutlichsten wird diese Identifikation mit einem sadistisch strafenden Überich in der Behandlung des Mordopfers. Die verführerische Künstlerin dringt in die intakte Familie ein und als sie ihr Kind, das Produkt der Affäre, im Haushalt der Reichen und Schönen unterbringen will, wird sie dafür vom Ehemann erst mit dem Kopf an die Wand geschmettert, und als sie ihm voll Wut mit dem Hammer nachläuft, von diesem entwaffnet und getötet. So kann der Film von der Figur des männlichen Ehebrechers beides haben: Schuld und Strafinstanz gleichzeitig. Der Mörder ist verachtenswert, schlimmer noch: bemitleidenswert. Aber er straft die wahrhaft Schuldige, den „homewrecker“, eine bekannte Figur im konservativen amerikanischen Film. Das ist der Grund, warum der Film hier, und nur an dieser Stelle, die Sehgewohnheiten verletzt und das Mordopfer wie in einem schlechten Splatterfilm mit zermatschtem Kopf zeigt. Wieder, und immer wieder.
Die derart aggressiv zerstörte Verführerin ist die Trophäe des Films. Für sie riskiert er eine Abwertung in der Altersfreigabe. Hier sagt der Film: So soll es allen Ehebrecherinnen gehen, die ihre Grenzen nicht kennen.
Daher ist „The undoing“ nur als Stück reaktionärer Ideologie zu lesen, als konformistische Revolte im Bündnis mit einem sadistischen Überich und gegen den Trieb.


Die angebliche Intoleranz der Linken – eine pseudowissenschaftliche Studie schafft es in den Diskurs

Eine Studie über angebliche Intoleranz der Linken mit dem reißerischen Titel „Is Free Speech in Danger on University Campus? Some Preliminary Evidence from a Most Likely Case“ hat es über einen FAZ-Artikel und ein share der Professorin Dr. Susanne Schröter in den Diskurs geschafft. Das Fazit gibt eine eindeutige Richtung vor, die exakt in das Interesse der neuen Rechten an Diskursverschiebungen und Täter-Opfer-Umkehr passt.

„Linksgerichtete Studierende sind weniger bereit, umstrittene Standpunkte zu Themen wie Gender, Einwanderung oder sexuelle und ethnische Minderheiten zu tolerieren. Studierende rechts der Mitte neigen eher dazu, sich selbst zu zensieren.“

Die Buzzwords „Toleranz“ und „Selbstzensur“ machen aus rechtsradikalen Studierenden sensible Opfer, die sich introvertiert zurückhalten, wo sie doch nur gern ihre Meinung sagen würden.
Was aber wurde abgefragt?
Ob eine Person an der Universität lehren dürfe, wenn sie die folgenden Spezifika aufweise:

“A person who is against all forms of immigration to this country”

Soll jemand, der gegen alle Formen der Einwanderung in dieses Land ist, an Universitäten lehren? Eine Haltung, die man ohne zu Zögern den gehärtetsten und isolationistischsten Neonazis zuschlagen darf, wird zur Messlatte von Toleranz gemacht. Wer Nazis nicht toleriert ist selber Nazi – auf diesem Niveau bewegt sich Wissenschaft, die dafür tatsächlich Aufmerksamkeit erhält. Leider nicht weil sie so unterirdisch schlecht und eindeutig tendenziös designed wurde, sondern weil ihr angebliches Ergebnis so gut ins Bild der neuen Rechten passt.
Dabei ist das Ergebnis wirklich bedrückend: 69% einer angeblich vorwiegend linken Studierendenschaft fände es richtig, wenn Neonazis in diesem Sinne an Universitäten vortragen dürfen und 23% fänden es in Ordnung, wenn so eine Person sogar dauerhaft lehren darf. Und immer noch ganze 44% wären gelassen im Umgang mit Referent*innen, die Homosexualität für „Sünde“ halten.

Die Studie ist sich ihres gar nicht mehr als „bias“ zu fassenden Fehldesigns völlig bewusst und unterstreicht daher noch einmal ihre ausschließlich normative Absicht:

Third, it is important to understand that we are not saying that extreme right-wing views are illegitimately shut down on university campus. Although the acceptance of extremist views on university campus is an important debate in itself, we are concerned with the silencing of legitimate political views that simply deviate from leftist orthodoxy on issues such as gender, immigration, and sexual or ethnic minorities. It is students who place themselves right-of-center, who identify as conservative, classical liberal, libertarian, or who vote for parties such as the CDU or FDP who are reluctant to speak openly about these political issues.“

Einer der beiden Studienautoren macht diesen Standpunkt auf Twitter noch einmal deutlich:



Hier wird eindeutig festgelegt, dass es NICHT eine rechtsextreme Einstellung ist, gegen alle Formen der Einwanderung zu sein, sondern nur eine „moderate“, „deviante Position“, die von der „“linken Orthodoxie“ abweiche.

Die konkreten Fragen interessieren die Studie nicht: wieso eine progressive und liberale Bewegung in den USA und Großbritannien, die von essentieller Bedeutung für die Überwindung des Rassismus wäre, so vollständig an den Antisemitismus gegen Israel gefallen ist und warum sich relativ viele Linke mit einer Religionskritik des Islam so schwer tun. Darunter leiden aber in der Regel nicht rechte Sprecherinnen und Sprecher, sondern Linke und Liberale, die sich nicht auf Seilschaften in Burschenschaften oder rechte Thinktanks zurückziehen können.

Tatsächlich sollte man die Frage weitertreiben: Wie kann jemand (1, 2), der derart schlechte und tendenziöse Studien für einen berechenbaren Zweck entwirft und publiziert, im akademischen Betrieb erfolgreich sein? Die Studie gibt daher ungewollt Auskunft über den Zustand von Universitäten und sogenannter quantitativer Forschung heute.

mignonnes – cuties

Szene aus Mignonnes

Man stelle sich einen Film über 11-jährige Jungen vor, die heimlich rauchen, Pornos auf dem Handy schauen und „voll eklig“ finden, sich in Männerrollen üben, erste Muskeln heranzüchten, gegenseitig in Laserdromes beschießen und für die Aufmerksamkeit von Mädchen zu Klassenkaspern werden. Es wäre vermutlich kein Skandalfilm. Flösse die eine oder andere Träne oder entdeckte einer der Jungen schüchtern seine aufkeimenden homosexuellen Regungen und die Onanie, würde ein solcher Film vermutlich gefeiert als Einblick in das „wiedersprüchliche Gefühlsleben“ von präpubertären Jungen.

„Mignonnes“ hingegen erregte Entrüstung und eine Form von Ekel und Abscheu, die man auch in den Verteidigungen des Films noch als Inszenierung erkennt. Die einen zeigten Netflix wegen „Kinderpornografie“ an oder werteten den Film in organisierten Onlinevotings ab. Die Regisseurin wird auf youtube und anderen Portalen regelrecht gemobbt.

Typischer Kommentar auf Youtube


Das Fazit der wohlmeinenden Kritiken hingegen ist oft nicht viel besser, wenn es im Film ausschließlich eine „schonungslose“ Kritik der „Hypersexualisierung“ junger Mädchen sieht. Eine solche reduktionistische Interpretation spricht Bände über das Rollenbild und die damit einhergehenden Zwänge, die der Sexualität präpubertärer Mädchen auferlegt werden. Der Film kritisiert Übersteigerungen und narzisstische Angebote, er leistet aber auch eine ernsthafte analytische Perspektive auf die Sexualität von Elfjährigen.

Die Geschichte ist rasch erzählt: In ihrem verzweifelten Protest gegen die zweite Heirat des tendenziell abwesenden, nur durch Geschenke präsenten Vaters in die Bigamie rebelliert Amy. Sie schließt sich einer jungen Gang von Elfjährigen an, die sich durch rebellischen Konformismus und bauchnabelfreie Mode definiert. Anerkennung suchen sie als Tänzerinnen zu erlangen. Und weil die jungen Tänzerinnen ihr Handwerk ernst nehmen, studieren sie auch Montagen weiblicher Verführungsmasken und -gesten ein, die beispielsweise Shakiras Bauchtanz oder Christina Aguileras „dirrty“ entnommen sind. Die Entdeckung der rotierenden Hüfte markiert den Schritt in die Eskalation: Twerken, Spagat und schließlich Tabledance-Elemente. Die Kamera folgt den Reizimpulsen beharrlich, stellt die Körperlichkeit der Elfjährigen in bauchnabelfreien Tops und Fetischmode wie wetlook-Leggins dar. Die Kameraführung analysiert nüchtern und kühl den Effekt, wie es auch die dargestellten Elfjährigen untereinander tun.

Dieser darstellende Blick wurde als Dienst an männlichen „Prädatoren“ interpretiert und Doucouré angelastet. Darin artikuliert sich nichts als das alte Stereotyp, dass Kleidung Vergewaltigung provoziert, dass die männlichen Prädatoren Verführte seien, dass Mädchen und Frauen ständig aufpassen müssten, diese nicht zu reizen. Die ganze Last, Missbrauch zu vermeiden, wird Mädchen auferlegt, die in Büchern und Filmen beständig mit sexueller Gewalt bedroht werden, wo sie experimentieren. Doucouré zeigt auch die begehrlichen Blicke einiger Männer, aber sie denunziert darin nicht das präpubertäre Spiel mit Erwachsenenrollen. Als die Mädchen während einer Tanzshow von Frauen ausgebuht werden, ist darin weniger reifes Schutzbedürfnis zu erkennen, als vielmehr der Neid auf eine unschlagbare Konkurrenz. Dieser Neid der Mutter auf das Kind, das sexuelle Gewalt vom Vater erfährt, ist Bestandteil vieler Biografien von Opfern.

Organisiertes Niedervoten eines Interviews mit der Regisseurin

Im inszenierten Ekel vor den sexualisierten Gesten der jungen Mädchen äußert sich auch Ekel über junge Mädchen. Deren ambivalente Gefühlswelt zwischen Regression und Härte stellt Doucouré ins Zentrum.

Doucouré hat sich dem Thema im besten Sinne vorurteilsfrei und ethnologisch angenähert und hunderte Interviews mit jungen Mädchen geführt. Sie möchte mit ihrem Film Kritik leisten, sieht ihn als feministischen Beitrag an. Das ist ihr gelungen. Der Film hat für junge Mädchen eine eindeutige Botschaft: Traue dich, zu weinen und zur Mutter zu gehen, Menstruation ist keine Schande und am Ende lautet das erlösende Fazit des Films: „du musst nicht mit zur Hochzeit“, du darfst Kind sein und Seilspringen, egal wie groß du schon bist und wie rasch du wächst.

Der Film verweigert den Schritt ins stereotype Sozialdrama, das für ein junges Mädchen senegalesischer Abkunft die Rolle reserviert, zum Beispiel vor Zwangsehe und FGM in die Emanzipation zu fliehen. Doucourés Geschichte ist komplexer angelegt und kränkt dadurch westliche Sehgewohnheiten. Sie zeigt, dass Emanzipation in Widerstand gegen Tradition als auch gegen peer-group-pressure und Marktgehorsam, gegen Eltern und doch auch auf Grundlage der Erfahrungen der eigenen Mütter und Großmütter geleistet werden muss. Oder anders: dass Emanzipation auch aus der Erfahrung mit scheiternden Experimenten entsteht und stets ein unabgeschlossener Prozess ist.

Als Amy dem Cousin ihren Körper zum Tausch gegen dessen Smartphone anbietet, das ihr die Welt zu einem anderen Kollektiv außerhalb der Familienzwänge öffnet und bedeutet, stößt sie auf dessen entsetzten Widerstand, aber auch auf kopfschüttelnde Toleranz: Sie spinne ja. Ihr Körper wird verschmäht, es kommt eben nicht zur sexuellen Gewalt, wie sie die Sehgewohnheiten des westliche Kinopublikums nun erwarten, das solche kindlichen Experimente sofort mit der Vergewaltigung bestraft. Auch Männern wird Reife zugestanden. Sinnbild dessen ist der Mallam, der keine Geistbesessenheit in Amy erkennen will und den Konflikt richtig als übertragenen Mutterkonflikt analysiert. Er empfiehlt ihrer Mutter die Scheidung vom bigamen Ehemann. Nach dieser Intervention erfährt Amy schließlich Akzeptanz für ihr Psychodrama: Sie müssse nicht mit zur Hochzeit des Vaters. Sie geht auf die Straße zum Seilspringen mit anderen Kindern.

Auf symbolischer Ebene erklärt sich dieser kathartische Moment so: Ehe ist Erwachsenensache. Sie ist durch die Befreiung von der Hochzeitsfeier vom unbewussten Zwang befreit, selbst die zweite Ehefrau des Vaters zu werden und mit der Mutter zu konkurrieren. In deren Akzeptanz des Scheiterns des monogamen narzisstischen Versprechens, die einzige und schönste zu sein, endet auch für Amy der Zwang zur ständigen narzisstischen Selbstaufwertung.

Der Film ist mehr als ein individuelles Psychodrama. Er gesteht jungen Mädchen zu, einen Körper zu haben und zu spüren. Die gezeigte Preteen-Mode weckt Entrüstung – dabei sinkt das Alter der Geschlechtsreife im Westen kontinuierlich und manche Elfjährige haben mitunter einvernehmlichen Sex innerhalb ihrer Alterskohorte und damit ein Recht auf Verführungsakte. Der Film lässt Mädchen twerken. Dagegen meldet sich das viktorianische Erbe Europas mit seiner Verpflichtung zum versteiften Unterleib an. Den Spagat dürfen Mädchen schließlich nur in Gymnastikgruppen auf blauen, nach Kautschuk und Schweiß riechenden Matten erlernen und zeigen – nicht aber in Lackhosen in der Öffentlichkeit. Mit sieben im Tutu Ballett vorzutanzen ist legitim – twerken nicht. In allen Schwimmbädern werden bereits Kleinkinder durch rutschenden Bikinioberteilen gehemmt, die sie lediglich tragen, weil die Eltern sich für Brustwarzen ihrer Töchter schämen und das Kind in die Scham über seine Brustwarzen nötigen. Elfjährige in Wetlook-Leggins hingegen erzeugen einen Skandal.
Auch die Angst vor pädo- und ephebosexuellen Prädatoren erzeugen Anpassungsdruck auf Mädchen, auf Opfer. Als Amy in einem Akt der verzweifelten Rebellion mit dem Smartphone des Cousins ihre Vagina fotografiert und das Foto ins Netz stellt, wird sie selbst von ihrer peer-group ausgegrenzt und im Klassenzimmer von einem Mitschüler mit einem Schlag auf den Po belästigt – sie sei ja ohnehin eine „Schlampe“. Das westliche Modell des Schutzes vor sexueller Gewalt läuft auf solches victim-blaming hinaus: Weil Gesellschaft nicht in der Lage ist, Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen, sollen Teenager ihre Geschlechtsteile nicht online und öffentlich diskutieren, sondern beschämt verbergen. Kommuniziert wird dadurch, dass der Anblick von Vaginas Gewalt erzeuge, dass sie tatsächlich „die Scham“ sind. Ein wesentlicher Bestandteil des Feminismus aber ist, die gesellschaftliche Perspektive auf das tabuierte „Loch“, mit einem Etwas, der Vagina, zu füllen und Mädchen dadurch selbstbewusste Körperlichkeit zu geben. Es ist eben kein bedrohliches, blutendes Nichts, kein bezähnter Höllenschlund, der Penes verschlingt, sondern ein eigener Körperteil, dessen Anblick Amy trotz der erfahrenen Ausgrenzung letztlich das Selbstbewusstsein vermittelt, aus dem Anerkennungszyklus auszubrechen.
Die linkischen erotischen Gesten der Präbuertierenden sind auch Suche nach Macht, Identifikation mit mächtigen Müttern und Suche nach Ersatz. Mehr noch: Sie können als Satire, als Kritik des weiblichen Charakters in Kulturindustrie, als Kritik an der Reduktion auf Kauf und Repräsentation eingesetzt werden. Die Travestie der Elfjährigen verspottet schließlich männliches Begehren und weibliche Anpassung daran.

Es ist das Verdienst der Regisseurin Maïmouna Doucouré und ihren hervorragenden Schaupielerinnen, ein Gegenmodell zum aufgeregten und ängstlichen Umgang mit bedrohlich sexuellen Mädchen zu entwerfen: Das der Mutter, die das Kind in seinen präpubertären Rollenspielen letztlich verstehen lernt, akzeptiert und liebt.

Siehe auch:
https://nichtidentisches.de/bahamas_60/

Black Robe (1991) – Ein kulturchauvinistisches und rassistisches Machwerk

„Die vielfach als besonders realitätsnah und detailgetreu gelobte Darstellung der Ureinwohner basiert auf umfangreichen Recherchen, historischen Untersuchungen und der Zusammenarbeit mit Ethnologen.“

Dass Arte.tv im Jahr 2020 den Film „Black Robe“ von 1991 unkritisch zeigt, erlaubt einen Einblick in die Fixiertheit des öffentlichen Bewusstseins von Rassismus und christlichem Chauvinismus.

Einige weiße Priester einer Jesuitenmission in Kanada werden als Identifikationsobjekte eingeführt. Einer von ihnen, LaForgue, will mit dem jungen Adepten Daniel eine entfernte Missionsstation bei den Huronen aufsuchen. Dafür erhält er eine Eskorte an indigenen Trägern und Scouts. Diese werden von Beginn an negativ dargestellt. Die Kinder haben permanent dreckverschmierte Gesichter, die Weißen hingegen strahlen vor Sauberkeit.

Die erste Szene der gemeinsamen Reise: der Protagonist LaForgue nimmt einem Kind (später noch einmal einem Erwachsenen) milde lächelnd eine Flöte aus der Hand nimmt, nachdem es vergeblich hineinpusten durfte. Kaum geht es ans Nachtlager, legen sich die indigenen Männer ungefragt zu den befremdet dreinblickenden Weißen unter die Decke – und furzen. Nichts spricht dagegen, Menschen als Menschen zu zeigen. Im Film jedoch furzt ein einziger Mensch und dieser furzt repräsentativ für alle Menschen aus Nordamerika: Die Botschaft: die Weißen furzen nicht. Das Publikum soll hier den Ekel der Priester teilen lernen, nicht den Mythos vom edlen Wilden hinterfragen. Die homosexuelle Konnotation der Szene wird auf eine anale Betätigung reduziert und damit zusätzlich Homophobie mobilisiert.

Die Zuschauer sollen auch nicht den Tauschzwang, den die Missionare in die neue Welt brachten, kritisieren lernen: dieser wird auf die Indigenen projiziert.
So reklamiert einer der Scouts den eigentlich zum Tauschen mit den Huronen vorgesehenen Tabak als Lohn fürs Paddeln und wird von LaForgue dafür angeherrscht, die „Indianer“ sollten lernen, zu planen und nicht nur in den Tag hinein leben. Das kann von einem gebildeten Publikum als Projektion gelesen werden – der Film kokettiert aber auch deutlich mit einer affirmativen Lesart, zumal die „tückischen“ Scouts intrigieren und den Priester später unehrenhaft im Stich lassen. Den begehrten Tabak, so die Botschaft, bringen die handelsbereiten Weißen den Indigenen und nicht umgekehrt.
Der Tabak wird dann doch herausgerückt – und symbolisch gegen Sex getauscht. Der junge und in seinem Glauben schwankende Adept Daniel erhält den Auftrag, den Tabak an die Scouts auszuzahlen und noch bevor er das tun kann, fällt die junge Squaw und Häuptlingstochter Annuka nach drei Sätzen Dialog über den jungen Priester her und küsst ihn ab.

Gespielt wird Annuka von der Sinokanadierin Sandrine Ho in ihrer ersten großen Rolle – später wird Sandrine Ho ihren Namen in Sandrine Holt ändern, um nicht ständig für „ethnische“ Rollen gecastet zu werden. Als sie in „Rapa Nui“ und „Whale Rider“ spielte, ist das weniger dem Umstand geschuldet, dass sie „indigen“ genug aussieht für diese Rollen, als vielmehr, dass sie noch weiß genug ist, um einem weißen Publikum als „schöne Indianerin“ zu gefallen, zuallererst Kevin Costner und Kevin Reynolds, den Regisseuren, die sie in diese Filme holten.

In Black Robe spielt Sandrine Holt die Pocahontas-Rolle der schönen Kulturvermittlerin. Vermitteln muss sie aber primär in ihrer eigenen Kultur: Rassismus wird vollständig auf die indigenen Schauspieler projiziert; deren chauvinistische Urteile werden, wie das Publikum weiß, von der Geschichte blutig gestraft.

Dasselbe weiße Publikum soll sich dann wieder eifrig für seine Erfindungen von den Indigenen bestaunen lassen: Ihr Häuptling sei eine Uhr, die ihnen sage, was sie zu tun hätten, die Bücher Zauberei, Schiffe Inseln aus Holz – die Indianerliteratur ist voll mit diesem Staunen, das für die Stabilisierung der weißen narzisstischen Psyche enorme Bedeutung hat.
Daher werden in „Black Robe“ auch medizinische Kenntnisse anachronistisch zurückprojiziert. Der Priester inspiziert eine Pfeilwunde und weiß er sofort: Der Pfeil darf nicht herausgezogen werden, der Häuptling würde sonst verbluten. Ausgerechnet der Weiße weiß das, der mit Pfeilen vermutlich nie zu tun hatte, der „Indianer“ jedoch weiß es nicht.


Der Puritanismus der Weißen wird durch eine freizügige Sexualität nicht in Frage gestellt wie etwa in „Dancing with Wolves“, sondern erhält ein Gegenmodell, das dem Publikum eine Art Mittelmaß anrät.
Im Paradies gibt es weder Tabak noch Frauen? Die „Indianer“ wenden sich mürrisch ab. Und als Annuka einen Irokesenkrieger zum Sex vor den anderen Gefangenen verführt, um ihn dann mit einer Keule während dem Akt bewusstlos zu schlagen, soll das Publikum lernen, dass die Sexualität der „Indianer“ schon auch kontrolliert gehört.

Völlig projektiv ist der Umgang mit indigener Religion. Diese wird auf Hexenglauben reduziert – während zeitgleich, zwischen 1630 und 1660 die europäischen Hexenjagden noch einmal einen Höhepunkt erreichten. Im Film aber sind die „Indianer“ ständig auf Hexenjagd. Auf einen bloßen Traum hin soll der Priester LaForgue getötet werden. Besonders übel ist die Rolle des Schamanen. Er wird von einem Kleinwüchsigen gespielt, der sofort auf den Weißen losgeht und ihn als Dämon beschuldigt. Darin erschöpft sich seine Rolle: Ein permanent mit heruntergezogenen Mundwinkeln grimmig herumtanzender bemalter Fiesling, der ständig „Hexerei“ ruft und noch den Mann, der ihn herumträgt, mit Püffen antreibt.

Kleinwüchsige erhalten in Filmen selten nichtstereotype Rollen: Hier trifft Stereotypie der Kleinwüchsigkeit auf eine aus Comics sattsam bekannte Karikatur von Schamanen und indigenen Priestern. Diese werden klein gezeichnet, um sie in ihren magischen Drohgebärden schwach und lächerlich zu machen. Ums Lächerlichmachen geht es auch mit dieser üblen Karikatur. Als der Schamane fortfährt, den Priester als Dämon und Hexe zu titulieren, spritzt ihn der Weiße souverän lächelnd mit dem Paddel nass. Ein Lacher für ein weißes Publikum.

Natürlich braucht ein Film 1991 auch ein paar „reflexive“ Dramen: So lernt der Priester am Ende, dass er seine Religion auch „vermitteln“ muss und den „Wilden“ nicht aufzwingen darf. Eventuell ist man auch in der Prüderie zu unflexibel ausgelegt. Deutlich unterstrichen wird aber der generelle Überlegenheitsanspruch der weißen „Zivilisation“.


Der Häuptling der Irokesen tritt auf dem Höhepunkt des Films als Bösewicht schlechthin auf. Ihn interessiert an den Gefangenen nur das Gewehr und sofort geht es zur Folter: Fingerabschneiden mit Muscheln. Mit christlichen Gesängen stärken sich die Gefolterten und um sie zum Schweigen zu bringen, schneidet der Häutling vor ihren Augen einem gefangenen Kind die Kehle durch.

Kriegerische Auseinandersetzungen und Gewalt waren Bestandteil der Geschichte der Indigenen Nordamerikas – jedoch wird hier Geschichte darauf reduziert, um die weiße Kolonisierung sinngebend zu verbrämen. Der Vater Annukas zweifelt daher an seinen gewalttätigen „Brüdern“, den Irokesen, die wie alle Indigenen „keine Menschen“ seien.

Halb zum Christentum bekehrt stirbt er an einer Pfeilwunde im Schnee und zu schalem Kirchengebimmel erscheint ihm noch im Sterben eine Indianermaria.
Symbolisch für alle „Indianer“ stirb er, der Häuptling, während seine Tochter aus der sexuellen Gewalt der anderen Indigenen gerettet wird. Daniel, vom Priestertum abgefallen, bleibt bei ihr, mit dem Segen LaForgues: Die Frau müsse ja versorgt werden. Als bräuchte nicht Daniel ihre Hilfe mehr als sie.
Am Ende bietet der Priester Christentum nicht als Medizin, sondern als Glauben. Kaum tauft er jemanden, zeigt sich ein erlöstes Lächeln. So wird auch Daniels kulturrelativistischer Zweifel am christlichen Paradies widerrufen: Es ist eben doch das Christentum, das erlöst.

Der Film zeigt nicht Rassismus, sondern er zeigt rassistisch. Er zeigt nicht einen Austausch von und über Kultur, zwischen Individuen mit Biographien, sondern er bestätigt in seiner Eintönigkeit und in seiner Fülle von Ressentiments nichts anderes als eine weiße Kultur chauvinistischer Darstellungen indigener Gesellschaften: Ein weißer Heros tritt einem Kollektiv aus Karikaturen gegenüber, lernt dieses oder jenes dazu, behält aber im Kern recht.

Die Taufe bringt erlöstes Lächeln im Tod.




Kostenpflichtige Tests? Neoliberale Ideologie!

Neoliberale Ideologie verkleidet sich gern als Klassenkampf von unten. So war es eine Zeitlang schick, Studiengebühren für sozial zu erklären, weil die Reichen von kostenfreier Bildung am meisten profitieren würden. Diese Ideologie abzuwehren, hat zehntausende streikende Studierende mehrere Semester gekostet.

Aktuell wollen ausgerechnet Stimmen aus SPD und von links kostenpflichtige Corona-Tests für Urlauber aus Risikogebieten. Peter Tschentscher findet es vertretbar, „wenn es die bezahlen, die ganz bewusst diese Reisen in Risikogebiete machen. Man kann auch woanders Urlaub machen.“
Lars Klingbeil sieht ein „Gerechtigkeitsproblem damit, dass man in die Risikogebiete fährt und dann auch noch den Test vom Staat bezahlt bekommt.“

Die einfache Gleichung, dass Tests eine Ausbreitung von Herden verhindern, und daher vor allen politischen Debatten von Staats wegen durchzuführen sind, ist offenbar nicht ins Bewusstsein gerückt. Hier wird ganz bewusst ein verquerer klassenkämpferischer Impuls auf eine kleine Gruppe kanalisiert, dadurch vermutlich domestiziert und dann aber auch noch in den Dienst neoliberaler Ideologie gestellt mit ihrem Mantra: Gesundheitssystem, Bildung und andere lästigen Staatsleistungen wie Sozialhilfe seien ungerecht, weil sie die einfachen arbeitenden Leute benachteiligen.

Eine einzige Frage stellt sich bei den Coronatests: Ist es eine notwendige Aufgabe des Gesundheitssystems Pandemien zu verhindern oder einzudämmen? Ja, natürlich ist sie das, Seuchenbekämpfung ist sogar die historisch vermutlich allererste Aufgabe eines Staates, und leider diskutieren wir in Deutschland im Monat acht der Pandemie noch immer über die Finanzierbarkeit von Tests!

Fordern, dass irgendeine Leistung des Gesundheitssystems privatisiert werden solle, also Rückkehrer zahlen müssten, ist zunächst einmal kein Klassenkampf, sondern die Forderung nach privatisierter Medizin. Die Reichen können zahlen – gemeint ist: der Staat soll nicht dafür zuständig sein, Gesundheitsvorsorge zu tragen.

Es mischt sich aber noch ein üblerer Ton hinein. Tatsächlich machen die meisten Besucher der Risikogebiete nicht aus purem Spaß dort Urlaub. Rückkehrere kommen derzeit vor allem aus Rumänien, Bulgarien, dem Kosovo und aus der Türkei.
Sie kehren von Saisonarbeit in Deutschland zurück, besuchen sterbende oder alte Verwandte, nutzen ihren Urlaub, um den Olivenhain in Schuss zu bringen, feiern Familienfeiern, Hochzeiten, Taufen, leider auch Beschneidungen und verhalten sich aber insgesamt eher wie familiensolidarische, kosmopolitische Proletarier*innen denn als elitäre Kreuzfahrer oder Luxusurlauber, die sich Isolation leisten können.
Es sind, kurzum, Albaner*innen, Roma, Türk*innen, die Diskussionen um kostenpflichtige Rückkehrertests treffen werden.

Es ist eigentlich Regierungsversagen, dass noch keine Massentests durchgeführt werden und dass tatsächlich inmitten des Wiederanschwellens der Infektionsraten erneut um Basisbanalitäten wie ordentlich ausgestattete Gesundheitsämter und die Verfügbarkeit von Tests diskutiert wird und nicht darüber, wie man Ländern in Afrika oder Südamerika helfen kann. Tunlichst gebotene Reichensteuern konnten lange genug unabhängig von Corona verhandelt werden. Dass auch diese nicht längst da sind, dass die Einkommensschere immer weiter auseinanderklafft, dass die oberen 10 % in Deutschland weiter in unglaublichem Tempo Reichtum und Macht akkumulieren, Corona hin oder her, dass bald halb Deutschland SUV fährt, während die Wälder im August schon aussehen wie im Herbst, das ist ebenfalls Ausdruck des allgemeinen Staatsversagens, das bürgerliche Ideologie letztlich im Sinn hat: Das Auseinanderdriften des wie auch immer widersprüchlichen ideellen Gesamtkapitalisten unter dem ideologischen Druck der konkreten bürgerlich egoistischen Einzelkapitalien. Das Gesundheitssystem hat diese Tendenz für die ganze Gesellschaft vorgezeigt. Privatisierung führt in konkurrierende Konzerne, die Arbeit an Subunternehmer auslagern, intensivieren, rationalisieren, Kosten vergesellschaften und Gewinne privatisieren.
Wer darunter leiden wird, sind die Armen, nicht die Reichen.
Staatliche Corona-Tests sind das Mindeste, was man von einem halbwegs funktionsfähigen Staat erwarten kann. Wenn ein Staat das inmitten des exorbitanten Reichtums der deutschen Gesellschaft nicht leisten kann, ist er ein failed state.

Asylum for Mubarak Bala, imprisoned for atheism in Nigeria!

Atheist Mubarak Bala is in police-custody now for 40 days, either to punish him without trial or to protect him from muslim death-squadrons. In 2010, 51% of Nigerian muslims demanded death-penalty for blasphemy.
For his atheism, Mubarak Bala was forced into a psychiatric institution and forcibly drugged in 2014.
In April 2020 he was arrested after a Facebook-post and then imprisoned without charge. He was then transferred from Kaduna to Kano, which is under Sharia-law.
Nigeria has to release Mubarak Bala now! Western states have to grant him instant asylum in case he feels the need to seek a secure home outside Nigeria now or in the future!

This is Mubaraks last Facebook-Post:

Bala spread real information about the Coronavirus and mocked religious reactions:

He also shared a reference to medieval muslim doctors – just to mock the law against autopsy in Kano:

There were attempts to shut down his Facebook-Account before:


While we heard instant and deep concern about the wellbeing of white anthropologists in Cameroon during the lockdown, there has been no solidarity with Mubarak Bala by German anthropologists or Africanists so far.

As a human and especially as a trained anthropologist, I do have to judge religion. Why do we study religion, if not to judge better?
After reading the Q’ran for at least four times in different translations, after reading scientific literature on Islam, islamic theology and the recent expanse of the salafiyya in Africa, after studying islam I do judge islam. Among the many religions mankind has created, islam ranks among the worst ten.
In solidarity with Mubarak Bala, I do judge Mohammed as the founding father of the religion of Islam. In anthropological terms he was a typical spirit medium: Suffering a personal crisis, experiencing his epiphany in a cave, meeting „an angel“, then gathering advice of „his angel“ in ways useful to his conquest. In psychological terms, Mohammed can be classified as a typical megalomaniac, starting with a deep narcissistic wound to be filled with power, manipulating followers into his sect with promises, then forcing them to stay with threats of eternal damnation and cruel punishment. His conquest started with genocidal atrocities, murder and robbery. This was his primitive accumulation, and he projected his guilt on a supposed „conspiracy of jews“ against him. Like all genocideurs he was feigning defense while attacking.

Mohammed justified his power-centered ideology with fragments of theology taken from jewry, which he then totally distorted towards his own selfish needs. There is no philosophical value left in the Q’ran. His only quality is in poetry, but it is a poetry of a numbed mind drunken with fear, addicted to consume the fear of others, of women, of heathens. The Q’ran is a message of stupidity. Any free thought is threatened with punishment both in live and after death. Liberating almost two billion muslims from this cult of death, stupidity and fear remains one of the biggest tasks enlightenment faces today. The good thing is: by relying on fear, Islam does it’s best to drive people away from religion. We just have to open our arms and embrace those people. Sadly, there is no embracing aside from a few organized humanists.

Solidarity with Mubarak Bala!

Zu Thierry Chervels Essay „Je nach Schmerz“

Chervel hat seinen Artikel bestechend geschrieben und ich möchte ihn zunächst an einer Stelle erweitern. Chervels besonderer Verdienst ist es, die linke Position im Historikerstreit zu hinterfragen.
An Nolte mag man viel kritisieren, aber sein Impuls, das nächstliegende Vergleichsmaterial für den Holocaust in Asien zu suchen war richtig: Dschinghis Khans Ausmordungskampagnen, die Schädelpyramiden, seine Herrschaftspolitik, später die Eroberung Indiens durch Timur Lenk – wer sich damit befasst muss ein Verhältnis zum Vorgehen der Erschießungskommandos der SS-Einsatztruppen sehen. Das als „asiatisch“ zu generalisieren war rassistisch und Nolte wurde dem spezifischen Impuls des antisemitischen Hasses als kausalem Faktor nicht gerecht. Die linke Antwort darauf – „Singularität“ – war aber ebenso weit entfernt von der Ernsthaftigkeit der Kritischen Theorie, die in der Dialektik der Aufklärung den Holocaust gerade in eine Anthropologie der Gewalt einordnet, mit der pathischen Projektion und der Naturfeindschaft in Zivilisation als übergreifenden Kernelementen.

Thierrys Essay wird an anderer Stelle falsch. Er zeichnet eine flotte Diskursgeschichte der Relativierung, der Singularität, und konzediert den Mbembe-Unterstützern*innen damit noch das Recht auf eine Teilhabe an einem Opferdiskurs, wie verfremdet auch immer.

Es geht aber nun einmal beim Vergleich von Israel mit Apartheid und Holocaust nicht um die Dimensionen, sondern um Verkehrung. Es ist bösartige Täter-Opfer-Umkehr, und nicht Relativierung. Man muss es einfach immer wieder erklären: Mbembe ist ein Antisemit nicht weil er relativiert, sondern weil er aus Opfer Täter und aus Tätern Opfer macht. Die Sklaverei mit ihren zahllosen genozidalen Massakern, die Apartheid mit ihrem Herrenmenschentum, die stehen in irgendeiner Verwandtschaft mit dem Holocaust.
Israel nicht und an keiner Stelle. Dafür seine Gegner, die Nazis der Hamas, die Ku-Klux-Klan-Islamisten der Hisbollah, die iranischen Faschisten, von denen Mbembe nichts wissen will.

Noch einmal: Nicht Relativierung, und damit entlastende Generalisierung, sondern Täter-Opfer-Umkehr und damit aggressive Schuldprojektion ist die antisemitische Tat par excellence. Mbembe hat keine historische Schuld zu generalisieren, er will Israel, ein schwaches und verwundbares Opfer, verfolgen und dafür muss er Geschichte fälschen um diese Verfolgung als Verteidigung dastehen zu lassen. Das ist der Kernbestand des linken Antisemitismus, der erkannt hat, wie sehr Juden Opfer waren, der sich durch diese Schwäche unbewusst gereizt fühlt, diese weiter zu verfolgen, aber unter dem moralischen Druck der Progressivität eine irrsinnige Begründung dafür präsentieren muss: Dass nämlich Juden die eigentlichen Faschisten seien, und deshalb die Vernichtung des jüdischen Staates eigentlich Antifaschismus sei und in der Tradition anderer antifaschistischer Bewegungen stehe.
Daher ist auch nichts postkolonial an Mbembes Antisemitismus.

Mbembe versteckt in seiner antisemitischen Verkehrung eine rassistische. Er opfert dem Antisemitismus den Antikolonialismus mit seinem berechtigtem Beharren darauf, den Kolonisierten eine Geschichte zurück zu geben, Geschichte aus ihrer Perspektive zu schreiben.
In seinem Antisemitismus betätigt sich Mbembe rassistisch. Er verharmlost die Geschichte Südafrikas nicht nur, er verkehrt sie. Aus Apartheid-Tätern werden auf einmal so etwas wie die israelischen Opfer von Terrorismus. Aus dem ANC und den antirassistischen Widerstandsgruppen wird durch Mbembes, in den Kulturwissenschaften übrigens hegemonialem Vergleich, so etwas wie die Hamas und die Fatah und dadurch fälscht er in kolonialer Manier die Geschichte der schwarzen Befreiungsbewegung auf dem afrikanischen Kontinent.
Für den antisemitischen Impuls, Juden um jeden Preis zu verfolgen, opfern die daran beteiligten Kulturwissenschaften jegliche Integrität und damit stellen sie sich außerhalb eines jeden vernünftigen Diskurses um Relationen und Dimensionen und Faktoren.

https://www.perlentaucher.de/essay/die-debatte-um-achille-mbembe-postcolonial-studies-und-der-holocaust.html